HERAUSBILDUNG DER WISSENSCHAFTLICHEN WELTANSCHAUUNG
Am vierten Apriltag wurden die besten Sprachwissenschaftler und Historiker ausgezeichnet

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Vier Tage des Promotionswettbewerbs, davon zwei Tage des eigentlichen Wettstreits, haben die jungen Forscher bereits hinter sich gebracht. Manchem steht die Immatrikulation an einer Hochschule unmittelbar bevor, mancher wird noch die Schulbank drücken müssen. Alle Wettbewerber sind aber durch das Gleiche vereint – durch die Analyse von gewonnenen Eindrücken und Kenntnissen, denn ihre Persönlichkeitsbildung endet nicht mit dem Finale des Promotionswettbewerbs. Die Schüler haben ihre ersten Schritte in der Wissenschaft getan, um ihre Möglichkeiten  nüchtern einzuschätzen, die für die Herausbildung eigener Weltanschauung notwendige Erfahrung zu bekommen und sich von der inneren Stimme einflüstern zu lassen, womit man sich in der Zukunft beschäftigen sollte. 

Eben die Wichtigkeit der Arbeit an sich selbst und der eigenen Potentialentfaltung wurden von Wissenschatlern und Ehrengästen betont, die extra kamen, um den Sprach- und Geschichtswissenschaftlern zu diesem kleinen Fest zu gratulieren. Unter den Gästen waren unter anderem Präsident der JAW Stanislav DOVHYJ, Ehrenvorsitzender des Treuhandrates des Nationalzentrums „JAW der Ukraine“, Doktor der Geschichtswissenschaften, Volksabgeordneter der Ukraine Wolodymyr LYTWYN, Direktor des Instituts für Geschichte der Ukraine an der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Kurator der Abteilung für Geschichte Valerij SMOLIJ, Jurychefin der Abteilung für Sprachwissenschaft, Leiterin des Lehrstuhls für ukrainische Sprache an der Andrij-Malyschko-Fakultät für ukrainische Philologie und literarisches Schaffen der Nationalen Pädagogischen M. P. Dragomanov-Universität, Marija PLUSCHTSCH,  Jurymitglied in der Sektion „Ethnologie“, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Ethnologie des Staatlichen Wissenschaftszentrums für den Schutz des Kulturerbes vor technischen Katastrophen Wolodymyr SYROTKIN, Leiter der Sektion „Archäologie“, Leiter der Steinzeitabteilung am Institut für Archäologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine Leonid SALISNJAK sowie die Partner der Juniorakademie der Ukraine – Sekretärin des Ukrainischen Verbandes der Spanisch-Experten Kateryna RJABTSCHENKO, Attaché für wissenschaftliche und Universitätskooperation der französischen Botschaft in der Ukraine Sylvain RIGOLLET und Leiterin des Projekts „Schulen: Partner der Zukunft“ des Goethe-Instituts in der Ukraine Veikko FRAUENSTEIN.

Sie sollen ein aktuelles innovatives Thema wählen, sich mit einer breiten Quellenbasis auseinandersetzen, erst dann kommen Sie zur Generalisierung, zu neuen Schlussfolgerungen und Aufgabestellungen. Selbst der beste analytische Verstand kann ohne einen umfassenden Quellenbestand und ein komplexes Herangehen daran kaum allzu interessante Erkenntnisse liefern,  betonte Valerij SMOLIJ.

Der diesjährige Sieger in der Sektion „Weltgeschichte“, Schüler aus Kyiv Vladyslav DROSD entschied sich beispielsweise dafür, Verhaltensänderungen bei Angehörigen der sowjetischen Armee auf dem besetzten deutschen Gebiet 1945-1946 abzuhandeln. Bei der Erforschung nahm der Junge Einblick nicht nur in die wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema, sondern auch in den Vortrag „Bolschewistische Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges“, den man im Nürnberger Prozess veröffentlichen wollte. Anhand seiner Studie gewann Vladyslav folgende Erkenntnis: Verbrechen kamen vor, doch sie wurde von schwachherzigen Soldaten begangen und hatten keinen Massencharakter.

Für eine qualitativ hochwertige Studie ist es wichtig, sich in ihre Atmosphäre zu versetzen.

Schade, dass die Zahl der Kinder, die sich an den archäologischen Expeditionen beteiligen, zurückgeht. Viele Arbeiten waren einem Bericht ähnlich bzw. kompilativ. Archäologie kann man nur beherrschen, indem man sich mit Archäologie befasst, sagte Leonid SALISNJAK mit Nachdruck.

Herr Salisnjak ist trotzdem überzeugt: die wissenschaftliche Ukraine lebt noch, denn der wissenschaftliche Kaderbedarf wird gedeckt sein, solange die Schüler an den Wettkämpfen wie der Promotionswettbewerb teilnehmen.  

Im Allgemeinen wurden die Jurymitglieder in der Abteilung für Geschichte auf folgende Besonderheit des Finales in diesem Jahr aufmerksam: das Niveau an Eigenständigkeit ist angestiegen, d.h. man merkt, dass die Schüler selbständig das Thema bearbeiteten und die entsprechenden Befunde ohne fremde Hilfe oder besonderen Eingriff des wissenschaftlichen Betreuers formulierten.

Jurymitglieder in der Abteilung für Sprachwissenschaft betonten, dass eine wichtige Aufgabe des Wettbewerbs unter anderem darin besteht, ein möglichst breites Publikum zu erreichen.

Viele Lehrer können es nicht so gut oder haben es nicht gerne, wenn Kinder wissenschaftliche Arbeiten verfassen, deswegen gibt es so wenige. Es ist eine nicht ganz übliche Form der außerunterrichtlichen Arbeit, deshalb werden die Lehrer wohl durch etwas zurückgehalten.  Wir haben es vor, unsere Arbeit zu intensivieren, um möglichst viele Gebiete in den Wettbewerb einzubeziehen. Dafür werden wir Webinare und ähnliche Fernaktivitäten organisieren, teilte Jurychefin in der Abteilung „Spanische Sprache“, Dozentin am M. Serov-Lehrstuhl für Theorie und Praxis der Übersetzung aus romanischen Sprachen der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kyiv,  Kandidatin der philologischen Wissenschaften Halyna WERBA  mit, in deren Sektion nur fünf Schüler ihre Arbeiten verteidigten.

Wenn man das Niveau der von Linguisten präsentierten Arbeiten mit dem der vorangegangenen Jahre vergleicht, bleibt es im Großen und Ganzen stabil, man merkt keine besondere Dynamik, aber die ausgewählten Forschungsthemen sind mehr interessant.

Seit zehn Jahren bin ich beim Promotionswettbewerb der JAW tätig. Während die Bandbreite der vorgelegten Arbeiten früher von Null bis sehr schön reichte, so wird diese Diskrepanz heute allmählich ausgeglichen,  versicherte Jurychefin in der Sektion „Französische Sprache“, Dozentin am Lehrstuhl für germanische und romanische Philologie der Fakultät für Fremdsprachenphilologie der Nationalen Pädagogischen M. P. Dragomanov-Universität Soja JELENINA.

Auf Interessantheit der Themen wurde auch vom Sieger in der Sektion „Englische Sprache“, Schüler der 11. Klasse aus Tscherkassy Oleksandr SCHWEZ hingewiesen:

Mir haben fast alle Themen,die ich mir angehört habe, gefallen.   Auf der Kreis- und Gebietsebene kommen Studien vor, die nicht besonders interessant sind, aber in die Allukrainische Runde kommen diejenigen, die wirklich wissen, wovon sie reden, die sehr gut vorbereitet sind und sehr aktuelle Arbeiten anbieten.

Damit sich die Sprachwissenschaftler und besonders Historiker nicht entspannen und die Wissenschaft unter ihren Altersgenossen propagieren, wurden sie vom Koordinator des Gesellschaftsprojekts „LIKBES. Historische Front“ Kyrylo HALUSCHKO zur Teilnahme am Wettbewerb angeregt, der sich mit der Fragestellung „Auf welche Weise sollte die ukrainische Geschichte für die Jugend interessant gemacht werden?“ auseinandersetzt. Fürs Erste ist es eine Vorankündigung zum Wettbewerb, offiziell soll er in einer Woche ausgeschrieben werden. Herr Haluschko wies aber auf folgendes hin: das Projekt „LIKBES. Historische Front“ suche nach Menschen, die moderne Ideen formulieren würden und er habe sich an die JAW-Angehörigen gewendet, weil er überzeugt sei, dass es unter ihnen eben solche Persönlichkeiten gebe.

Olena TERLEZKA
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