KUNST DES DIALOGS
Die JAW veranstaltete eine philosophische Sommerschule

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„Europäische Kultur des philosophischen Dialogs“ – eben dieses Thema wurde von Jungen und Mädchen – den JAW-Schülern – vom 3. bis 9. Juni am Internationalen wissenschaftlichen Zentrum für Kinderschaffen MANLAB.CAMP behandelt.

Das beinahe bekannteste Zitat von Sokrates, das uns durch die Jahrhunderte überliefert wurde – „Sprich, damit ich Dich sehe“ – zeugt von der Wichtigkeit des Könnens, ein gewandter Redner zu sein. Eben darauf zielte die Sommerschule für Philosophie ab, die die Förderung sprachlicher und kommunikativer Fertigkeiten bei Kindern mit Hilfe der Methodik „Philosophie für Kinder“ zum Ziel hatte. Diese Methodik nahm im Unterricht die Schlüsselstellung ein.

Nach der Aussage von Organisatorin der Sommerschule, Methodikerin am Nationalzentrum „JAW der Ukraine“, Trainerin und Teilnehmerin von internationalen Konferenzen und Workshops im Rahmen des Programms „Philosophie für Kinder“ Julia KRAWTSCHEKO habe der Dialog die Grundlage für den Unterricht gebildet, deswegen war während der Sommerschule auch die Aufmerksamkeit der JAW-Angehörigen auf ihn ausgerichtet.

Wir setzen uns mit Logik auseinander, weil sich die Themen manchmal auf logisches Verstehen beziehen.  Natürlich gibt es in der Gruppe stärkere und schwächere Schüler, doch diejenigen, die schnell auffassen und verstehen, gehen aktiv an die Arbeit und die anderen holen nach, so dass sich die Gruppe im Großen und Ganzen dynamisch in Richtung eigener Selbstentwicklung fortbewegt hat,  erzählte Julia.

Der Unterricht verlief in Form eines sokratischen Dialogs. Sechsundzwanzig JAW-Mitglieder lernten, wie man denkt, Gedanken formuliert, Fragen stellt, nach Hypothesen sucht, sie überprüft und revidiert sowie neues Wissen entwickelt. Alles erfolgte unter der fachlichen Leitung eines Gastes aus Südkorea, Doktor der Philosophie Dzhinvan PARK. Er gestand, dass er solche hohe Leistungen und solch ein Niveau bei den Teilnehmern der Schule nicht erwartet habe. Der Professor erklärte diesen Leistungsstand durch zwei Faktoren – eine wirksame Vorbereitung und Einstellung der Jugendlichen gegenüber dem Lernen.

In Korea pflegt man zu sagen, dass der Lehrer, der befähigte Schüler hat, ein glücklicher Lehrer ist. Ich bin heute sehr glücklich, gab Doktor der Philosophie zu.

Alle Unterrichtsstunden wurden in Form eines Gesprächs abgehalten, damit aber die Teilnehmer mit bloßen Methoden nicht überlastet waren, lernte man auch was anderes: man las und behandelte Texte, befasste sich mit der Novelle „Harry Stottlemeier“. Daneben konnte man sich die Vorlesungen vom Leiter des Lehrstuhls  für Philosophiegeschichte der Taras-Schewtschenko-Universität Taras KONONEKO „Was ist ein sokratischer Dialog“ und „Erkenne und lerne Dich kennen: Modell des Dialogs von Grygoryj Skoworoda“ anhören. Der Referent vermittelte, was man Europa, europäischen Werte und europäischem Dialog mit seinen Merkmalen versteht.

Schülerin der JAW Daryna KARAPUSOV, die bereits die Klassenstufe 8 absolviert hatte, kam aus Ismail im Odessa Gebiet zur philosophischen Schule, weil sie der Arbeit mit Kindern ihr Leben widmen will, um ihnen logisches und philosophisches Denken beizubringen. Das Mädchen ist sicher, dass die von ihr erworbenen Kenntnisse ihr auch im weiteren Leben helfen werden, weil wir gewöhnlich gewisse, bei der Informationsübermittlung an die anderen wichtige Momente verlören, so Daryna. Während der Schule formulierten die Teilnehmer bestimmte Regeln, z. B. man sollte sich mit Berücksichtigung zweier Anforderungen – der Lakonik und Klarheit  - ausdrücken.  

Man sollte sich sehr gut überlegen, bevor man einen Gedanken äußerte, der für alle verständlich sein würde. Im Weiteren wird diese Fertigkeit mir behilflich sein: ich werde mehr aufmerksam dem Gesprächspartner zuhören, nachfragen, ob ich seinen Gedanken richtig verstanden habe, und bei meiner Wortwahl mehr sorgfältig sein,  erzählte Daryna.

Der intensive Unterrichtstag mündete abends in eine Besprechungsrunde, wo die Teilnehmer eine Tagesbilanz zogen, Eindrücke teilten und ein Feedback übers Gesehene, Gehörte und Gelernte gaben; außerdem funktionierte das  „Gelände der Kreativität“, wo Workshops und Filmvorführungen stattfanden. Am letzten Tag ihres Aufenthalts in der Hauptstadt besuchten die Teilnehmer der Schule das Taras-Schewtschenko-Museum, wonach jeder in seinen Teil der Ukraine abreiste. Doch nun werden es etwas andere Kinder sein – die sich neue Kenntnisse nicht nur über die Dialogführung, sondern auch über die große Kunst der Selbstarbeit angeeignet haben.

Ludmyla KOPKO
10.06.16
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